EMIGAm 5. Mai 2012 fand während der Messe Pro Wing 2012 ein Meeting der EMIG-RC statt. Ich nahm als Vertreter des DMFV an diesem Meeting teil. Über folgende Themen wurde informiert:

1. zukünftige Nutzung der Frequenzbänder 27/35/40 MHz
2. Marktaufsicht durch die BNetzA
3. endgültige Fassung des 2,4 GHz Standards
4. Probleme im Zusammenhang mit FPV (First Person View)

Zu 1.:

Aktivitäten der CEPT (European Conference of Postal and Telecommunications Administrations) bezüglich der Nutzungsänderung der allgemein zugeteilten Frequenzbänder 27/35/40 MHz hätten zur Folge, dass Modellflug in der bisherigen Weise auf diesen Frequenzen nicht mehr möglich wäre. Nach Intervention und Aufklärung durch den ISAD e.V. (Interessenverband Short Range Anwender Deutschland) ist dieses Thema vom Tisch. Es gibt zur Zeit keine weiteren Vorstöße in dieser Richtung. Der DMFV ist Mitglied im ISAD e.V.

Zu 2.:

Die Bundes-Netz-Agentur steht in der Kritik der Hersteller und Importeure von Fernsteueranlagen. Es wird zu wenig getan, um das Inverkehrbringen von Fernsteueranlagen und Anlagenkomponenten, die nicht den Vorschriften entsprechen, zu unterbinden. Eine Verbesserung der Situation ist insofern zu beobachten, als die Zollämter in zunehmendem Maße Lieferungen untersuchen und auf Einhaltung der Vorschriften überprüfen. Es wird berichtet, dass Lieferungen z.B. von Hobby King immer häufiger vom Zollamt abgeholt werden müssen auch bei kleinem Warenwert. Es wird geprüft, inwieweit Ware und  Warenwert zu einander passen. Diese Aktivitäten können allerdings nur stichprobenartig geschehen.

Zu 3.:

Die für 2,4 GHz Fernsteuerungen zutreffende europäische Norm EN 300 328 V1.7.1 wird voraussichtlich Anfang Juli 2012 durch die V1.8.1 abgelöst. Die ETSI (European Telecommunications Standards Institute) hat deutlich mehr Zeit für den Abschluss der Arbeiten an der V1.8.1 benötigt, als geplant. Unter anderem war hierfür ursächlich die Berücksichtigung der Belange der EMIG-RC. Zum Beispiel mussten Forderungen von Vertretern der industriellen Steuerungstechnik, die den Anforderungen der Modellfernsteuerungen entgegenstanden, abgewehrt werden. Während einer dreijährigen Übergangsphase dürfen Geräte noch nach der alten Norm in Verkehr gebracht werden. Danach müssen alle dann in Verkehr gebrachten Geräte der neuen Norm entsprechen. Fernsteuersender, die der neuen Norm entsprechen, sind abwärts kompatibel, das heißt, alte Empfänger können mit neuen Sendern betrieben werden. Weil die technische Entwicklung weitergeht und der Kreis der Anwender im 2,4 GHz Band wächst, starten bereits im Juli die Arbeiten an der V1.9.1. Daher werden sich die ETSI Mitglieder schon im Juni 2012 und September 2012 zu den nächsten Arbeitssitzungen treffen.

Zu 4.:

Die Problematik des Themengebietes FPV lässt sich grob in zwei Bereiche aufteilen: einen juristischen und einen technischen Bereich. Für den juristischen Bereich fühlt sich die EMIG-RC nicht zuständig, hier mögen sich die Modellflugverbände engagieren. Im technischen Bereich gibt es das Problem, dass sowohl die Modellfernsteuerung wie auch das Videosystem im 2,4 GHz Band arbeiten. Gegenseitige Störungen können nicht ausgeschlossen werden. Empfehlenswert wäre die Verlegung der Betriebsfrequenz des Videosystems in das ebenfalls lizenzfreie 5,8 GHz Band. Die EMIG-RC wird den technischen Bereich  der FPV Szene beobachten.

Dieter Perkuhn

Fachreferent für Funk im DMFV