Die zeitaufwendige und kostenintensive Typprüfung von Sender und Empfänger ist seit einiger Zeit ersatzlos entfallen. Demzufolge gibt es auch keine Typprüfnummer mehr. Der Hersteller bzw. Importeur ist verpflichtet, die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten. Diese Vorschriften sind in einer Richtlinie der Bundesnetzagentur niedergelegt. Sie orientiert sich an europäischen Bestimmungen. War es früher fast unmöglich, dass ein typgeprüftes Gerät zum Endverbraucher gelangte und nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Parameter einhielt, so ist der Endverbraucher heute darauf angewiesen, dass er sich auf die Seriosität des Herstellers bzw. Importeurs verlassen kann. Seriöse Hersteller und Importeure lassen ihre Produkte von akreditierten Prüflabors prüfen und dokumentieren dies durch eine Prüfnummer auf dem Gerät. So findet sich z.B. auf den HF-Modulen von Graupner-Sendern die Nummer 0682. Die gleiche Nummer steht auf den Multiplex Geräten Royal Evo. Es ist keine Typprüfnummer, sondern die Zulassungsnummer des Prüflabors. Graupner und Multiplex haben in diesem Fall das gleiche Labor beauftragt. Vor dieser Nummer steht das CE-Zeichen. Dieses Zeichen hat mit der nachfolgenden Nummer nichts zu tun. Es besagt lediglich, dass der Inverkehrbringer dieses Gerätes die Konformität mit den europäischen Bestimmungen erklärt. Das nachfolgende Ausrufungszeichen bedeutet, daß es nationale Besonderheiten gibt, z. B. das 35 MHz B-Band.

Als Konsequnez aus diesen Ausführungen lässt sich folgendes sagen: Änderungen an der Fernsteuerung, insbesondere am Sender, sind nicht mehr verboten. Die Bundesnetzagentur als zuständige Behörde führt Geräteüberprüfungen nach der Stichprobenmethode durch oder bei begründeten Anlässen. Bei solchen Überprüfungen kommt es darauf an, dass das überprüfte Gerät alle vorgeschriebenen Parameter einhält. Einige wichtige Parameter sind z.B. abgestrahlte Leistung, Nachbarkanalleistung, Oberwellen, Frequenzhub, Frequenzgenauigkeit. Der Betreiber des Gerätes ist verantwortlich für die Einhaltung dieser Parameter. Wenn er das schafft, obwohl er Änderungen am Gerät vorgenommen hat, gibt es von Seiten der Bundesnetzagentur nichts auszusetzen. Wenn bei der Überprüfung Mängel festgestellt werden, hat der Betreiber alle Konsequenzen zu tragen. Diese Konsequenzen beziehen sich nicht nur auf dann fällige Bußgelder oder Anzeigen, sondern können auch zivilrechtliche Folgen haben, wenn ein Schadensereignis eingetreten ist.

Somit ist auch die häufig gestellte Frage beantwortet, ob ein Importsender betrieben werden darf, wenn ein HF-Modul mit CE-Zeichen von einem deutschen Hersteller oder Importeur eingesetzt wird.Wenn der Betreiber die Einhaltung der gesetzlichen Parameter gewährleisten kann, dann darf dies selbstverständlich geschehen.